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Amtsbezirk Stradem

Der Amtsbezirk Stradem
Von Richard Woltschläger
Geschrieben von Holger Knoblauch

23. Dezember 1944, 19 Uhr! Ich stehe auf einem der Bahnsteige des Hauptbahnhofes von Dt.-Eylau. Pünktlich auf die Minute ist der D-Zug aus Posen eingelaufen, der mich, von der Adria kommend, in die Heimat gebracht hat, nachdem mir ein gütiges Geschick einen vier Wochen langen Urlaub zur Wiederherstellung der Gesundheit geschenkt hat. Ich kann dieses großes Glück noch immer nicht recht fassen: Ich bin in der Heimat, ich darf Weihnachten bei meiner Familie, in meinem Dorf Stradem verleben! Dt.-Eylau scheint in tiefstem Frieden zu liegen, eine leichte Schneedecke bedeckt die Erde, der Mond scheint, und ich entschließe mich, den Weg nach Stradem zu Fuß zurückzulegen. Ist´s die Ahnung, dass es das letzte Mal sein wird? Ich wandere durch die Bahnhofstraße, gelange in die Kaiserstraße, die ziemlich menschenleer ist, komme über die Brücke zum Geserichsee und biege auf der Rosenberger Chaussee in unseren schönen Wald ein, der bis nach Stradem reicht. Geradezu feierliche Stille umfängt mich. Ich begegne keinem Menschen. Und nun liegt unser Dorf vor mir, rechts und links der Chaussee die verdunkelten Gehöfte, hin und wieder Hundegebell, dann stehe ich vor unserer schönen Schule und gelange ungehört an das Fenster, hinter dem ich meine Familie weiß. Auf mein Klopfen ertönte in dem Zimmer der Ruf unseres russischen Dienstmädchens Dunja: „Der Pan!“, und die treue Senta jaulte freudig auf. Eine glücklichere Heimkehr habe ich nie erlebt! Im Winter 1944/45 verschlechterte sich die Kriegslage für Deutschland in geradezu beängstigender Weise. Nachdem Mitte Januar den Russen der große Durchbruch gelungen war, näherten sich die Armeen sehr schnell der Grenzen Westpreußens, und in der Nacht zum 20. Januar 1945 traf der Befehl zur Räumung unseres Dorfes Stradem ein. Es war die allerhöchste Zeit ! Schon am Sonntag, dem 21. Januar, 13 Uhr, drangen russische Schützenpanzer – wie Augenzeuge Ewald Morongowski berichtet -, von Winkelsdorf kommend, in Stradem ein und stießen weiter in Richtung Neuguth vor. Der Aufbruch unseres Trecks erfolgte am 20. Januar 1945, 6 Uhr. Er führte bei 20 Grad Kälte und Glatteis auf den Strassen unter unsäglichen Leiden für Mensch und Tier über Groß Herzogswalde, Sommerau,
Rosenberg, Riesenburg, Stuhm, Dirschau Schönbeck nach Neu-Klinsch bei Berent, wo er am 26. Januar 1945 eintraf und eine Ruhepause einlegte. Von hier aus gelangte die Bevölkerung Stradems auf verschiedenen Wegen, teils mit den letzten nach Westen fahrenden Zügen, oft unter Zurücklassung der letzten Habe, in die verschiedensten Teile Westdeutschlands. Den Tod erlitten auf der Flucht: Lehrer Paul Zander,
das Ehepaar Bolz, Emil Koepke, Martin Buchenau. In Stradem zurückgeblieben sollen sein: Emilie Mursch, die Eheleute Labatzki und Prygotzki. Ihr Schicksal ist ungeklärt. Aus der Geschichte unseres Dorfes kann ich, gestützt auf die sehr genauen Angaben Ewald Morongowski, folgendes berichten: Nach Kaufmann wurde das Dorf vom Komtur Sieghard von Schwarzburg ausgetan und erhielt im Jahre 1325 vom Komtur Lothar von Braunschweig eine neue Handfeste über 10 Hufen. Etwa 600 Jahre alt ist also unser Dorf und ist früher sogar Kirchdorf gewesen. Diese Annahme wird auch dadurch erhärtet, dass man beim Bau des Grundstückes von Czenkusch auf Grundmauerreste der Kirche und Gräber eines Friedhofes gestoßen ist. Wie eine Sage erzählt, sind die Glocken der Kirche beim Nahen der Franzosen im Jahre 1807 im „Glockenbruch“ versenkt worden. Seitdem gab es die Pfarrei Stradem
nicht mehr. Das Gotteshaus für die evangelischen Christen war die Kirche in Groß Herzogswalde,
während die wenigen Katholiken das kleine Kirchlein in Dt.-Eylau und später die dort erbaute Kirche in der Bahnhofstrasse besuchten.
Der größte Teil der Strademer Flur, etwa 2000 Morgen, gehörte zur Grafschaft Schönberg, daneben gab es seit der Bauernbefreiung acht Bauern- und sieben Kätnerstellen in Stradem. Der Pächter des Gutes Stradem war seit dem Kriege 1870/71 der Leutnant Robert Bamberg, ein Förstersohn von der Insel Rügen. Er pachtete das 2000 Morgen große Gut für 4000 Mark jährlich. Das Gutshaus war zunächst das nach der Siedlung Gehrke-Dausche Wohnhaus. Erst später wurde ein neues, wiederum sehr schlichtes Gutshaus erbaut, aus dem dann bei der zweiten Siedlung das Gasthaus wurde. Herr Bamberg war ein hervorragender Landwirt sowie Vieh- und Pferdezüchter. Er bekleidete lange Jahre das Amt des Vorsitzenden der Westpreußischen Herdbuchgesellschaft und des Warmblutzüchterverbandes, dazu war er Präsident der Landwirtschaftskammer Westpreußen in Danzig. Außerdem verwaltete er das Amt Stradem, sein langjähriger Amtsdiener war Adolf Rogalski. Er war auch der Gründer des Kriegervereines Stradem und Umgebung.
Für seine Verdienste um die engere und weitere Heimat wurde er durch die Verleihung des Titels Ökonomierat geehrt. Sein ältester Sohn, Oberamtmann Carl Bamberg, war Pächter von Hansdorf, und der zweite Sohn, Hans, war der langjährige Pfarrer in Sommerau. Im Jahre 1923 gab Ökonomierat Bamberg die Pachtung auf, und 1925 starb dieser verdienstvolle Mann. Nach 1923 wurde das Gut von Schönberg durch Inspektor Prange bewirtschaftet.
Neben dem Schönberger Besitz breiteten sich an der Straße nach Dt.-Eylau bis zum Forst die vorher genannte Bauern- und Kätnerstellen aus. Die Besitzer der Bauernstellen waren: August Teschendorf (109 Morgen),
Emil Kaschewski (67),
Eduard (Willi) Bartkowski (60), Adolf Will (60), Helmut Ring (35), Richard Ring (50),
Paul Kaschewski (Gasthaus am Walde),
später Templin (40),
Karl Morongowski (40 Morgen).
Der letztgenannte Hof entstand nach dem Bau der Bahnstrecke von Marienburg nach Dt.-Eylau durch verkauf des hinter der Bahn gelegenen Landes von Emil Kaschewski.
Die letzten Bewohner des im Walde gelegenen Bahnwärterhäuschens war die Familie Leschinski. Die Kätnerstellen hatten inne: Adolf Rogalski, Adolf Jasch, Karl Czenkusch, Robert Warth, Friedrich Sontowski, Johann Gilgenast und Thielemann. Im Jahre 1910 wies Stradem 18 Wohnhäuser mit 27 Haushaltungen auf, es zählte 138 Einwohner, davon waren 68 männlichen und 70 weiblichen Geschlechts. Bei der Volksabstimmung am 11. Juli 1920 bekannten sich alle 82 Abstimmungsberechtigten zu Ostpreußen. Ein ganz neues Gesicht erhielt unser Dorf im Jahre 1923, als Schönberg infolge des Reichssiedlungsgesetzes den größten Teil des Gutes Stradem verkauft und das Kulturamt Elbing darauf verdrängte Bauern aus dem „polnischen Korridor“ ansiedelte. Die meisten kamen aus dem Kreise Strasburg, sie erhielten hier Siedlerstellen in einer durchschnittlichen Größe von 50 Morgen. Die Besitzer der neuen Höfe waren:Christian Schulz (Wilhelm Knuth), Adolf Sonntag, Emil Koepke, August Deuter, Hermann Kratzke, Hermann Lange, Bruno Mahnke (Fischer, Kensch) – und eine Schmiede (es war die alte Gutsschmiede). Julius Roller (Martin Buchenau) und Paul Kieper. Daneben wurden zwei Handwerkerstellen geschaffen, eine Sattlerstelle – Johnann Mahnke (Fischer,- Kensa) und eine Schmiede (es war die alte Gutsschmiede). Meister Krahn wurde ihr Besitzer und konnte sich gegenüber ein eignes Wohnhaus errichten. Im Jahre 1927 wurde Stradem auch Polizeistation, der erste und auch einziger Inhaber dieser Stelle war Gendarmeriemeister August Bolz. In demselben Jahr wurde durch die Initiative von Fräulein Margarete Bamberg und mit Unterstützung von Landrat Kleine aus dem Insthaus neben der Schmiede ein sehr schönes Jugendheim mit einer aufs beste eingerichteten Kochküche für die Mädchenfortbildungsschule.Schon im Jahre 1928 erfolgte die Besiedlung des Restgutes Stradem. Die auf den neugeschaffenen Bauern-stellen angesetzten Neusiedler waren zum großen teil jüngere Leute, es entstanden folgende Höfe: Restgut Gehrke-Daus, Fritz Mroß, Hermann Finkel, Rudolf Kienast, Ludwig Hofmann, Marunde, OttoTeschendorf, Ernst Kopp, Karl Wollenberg, Willi Hinz und Wilhelm Kruse. Die Besitzer der außerdem geschaffenen Kleinsiedlungen wurden: Albert Glasenapp, Alfred Sontowski (August Sontowski), Wilhelm Tucholski, Julius Lange, Valentin Chwalek und Garbrecht. Das Gutshaus wurde zum Gasthaus „Zur Tanne“ umgewandelt, dessen Besitzer Paul Kaschewski für das Wohl auch vieler auswärtigen Gäste sorgte.Die Eröffnung der neuen Gaststätte erfolgte Weihnachten 1928. Stradem besaß übrigens schon in älterer Zeit ein Gasthaus, das den stolzen Namen „ Schwarzer Adler“ führte und gegenüber der alten Gutsschmiede stand. Dann erbaute Willkomm am Walde ein neues Gasthaus. Sein Nachfolger waren Dudeck, Barbara Schulz, Karl Schulz, seit 1918 Gottlieb Mühlbrandt und seit 1922 Paul Kaschewski, der es dann 1928 in das Gutshaus verlegte.

1872 wurde in Stradem ein Schulhaus erbaut. In ihm wohnten und wirkten die Lehrer Lettau, Daniel, Lettau jun. und Lehrer Zander. Durch den Zuzug der Siedler wuchs die Zahl der Kinder bedeutend, und die Schule wurde zweiklassig. Ein stattlicher Neubau mit zwei geräumigen Klassen, einem Werkraum und zwei modernen Lehrerwohnungen entstand in den Jahren 1931/32 während der Amtszeit des sehr tatkräftigen Bürgermeisters Rudolf Thurau. Am 31. März 1932 wurde der langjährige Lehrer Paul Zander pensioniert und ich am 1. April 1932 in die erste Lehrerstelle berufen, die zweite Lehrerstelle hatte damals Lehrer Emil Fedtke inne. Seine Nachfolger waren die Lehrer Schulz und Adomeit. Während des Krieges unterrichtete der bereits pensionierte Lehrer Schulz aus Dt.-Eylau die Kinder in Stradem, da beide Lehrer sofort zur Wehrmacht eingezogen wurden.

Auf Betreiben von Wachtmeister Bolz und des Jungbauern Kurt Thurau erhielt die sportbegeisterte Jugend schon im Jahre 1929 einen Sportplatz, und 1930 sorgte Bruno Manke, Paul Kaschewski und Walter Mroß für den Bau eines Kleinkaliber-Schießstandes, für dessen Vergrößerung durch eine zweite Schießbahn sich sein wohl eifrigstes Mitglied Ewald Morongowski im Jahre 1933 erfolgreich einsetzte. Eine herrliche Badegelegenheit besaß unser Dorf in dem nahen, einmalig schön gelegenen Silmsee. Im Herbst 1932 erstrahlte das Dorf zum erstenmal im elektrischen Licht. Tief erschüttert vernahm man am 2. August 1934 die Nachricht vom Tode des greisen Reichspräsidenten, des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. In Ergriffenheit und banger Ahnung standen wir Strademer am späten Abend des 6. August an der Dorfstasse, auf der der Leichenzug dieses großen Deutschen, von Neudeck kommend, nach Tannenberg vorüberzog. Eine Vergrößerung des Dorfes erfolgte durch die befohlene Eingemeindung des bis dahin selbständigen Bauerndorfes Klein Steinersdorf, dessen Kinder schon vorher die Schule in Stradem besuchten. Zu dieser kleinen Gemeinde gehörten die Bauernhöfe Karl Teschke (der letzte Bürgermeister), Emil Gerschinski, Alfred Gerschinski Stielau (Lonkowski) und die Kätnerstelle Ernst Marquardt. Die Försterei Klein Steinersdorf wurde von Förster Ernst Schröter betreut, dessen Vorgänger Förster Jahnke gewesen war. So bildete die Bevölkerung unseres Dorfes zunächst ein recht buntes Gemisch von Menschen verschiedener Herkunft und verschiedener Generationen, die erst begannen, zu einer Dorfgemeinschaft zusammenzuwachsen. Voll Freude und Hoffnung blickten wir Älteren auf unsere Dorfjugend, die einmal eine echte Gemeinde unserer schönen Heimatprovinz Westpreußen werden würde.

Bürgermeister in Stradem: Willkomm, Friedrich Kaschewski, 1913 Adolf Will, 1924 Karl Morongowski,1930 Rudolf Thurau, 1934 Karl Sonntag. Steuererheber: Karl Ring, Adolf Will, Karl Morongowski, Paul Kaschewski, Ernst Kopp.

Der Amtsbezirk Stradem wurde lange Jahre hindurch durch Amtsvorsteher Richard Rapelius in Karrasch verwaltet, sein Nachfolger wurde im Jahre 1933 Bauer Paul Kieper in Stradem. Auch das Standesamt wurde wieder nach Stradem verlegt, und ich, Lehrer Woltschläger, wurde zum Standesbeamten ernannt. Bei Ausbruch des Krieges übernahm Frau Stellwag das Amt. Zum Schluß meiner Aufzeichnungen möchte ich an unseren schönen Friedhof, den Ökonomierat Bamberg im Jahre 1880 am Walde anlegen ließ, erinnern. Wir glaubten, auf ihm einmal unsere letzte Ruhstätte zu finden. Ein hartes Schicksal hat es anders gewollt, wir haben unser Stradem verloren.Wir werden es zwar nie vergessen, doch werden wir einmal in deutscher Erde ruhen.

Gefallene und Vermisste 1939 – 1945
Günter Adomeit,
Max Kaschewski, Karl Sonntag, Paul Ankerstein,
 
Paul Kaschewski, Erwin Sontowski, Willi Arndt, Rudlof Kinast, Heinz Sontowski, Willi Bartkowski, Bruno Manke, Kurt Sontowski, Otto Bomke, Richard Morongowski, Emil Teschendorf, Erich Glasenapp, Fritz Mroß, Willi Tucholski, Adolf Jasch mit Bruder Richard Ring, Karl Kaschewski, Albert Sonntag

Karrasch, Klein Radem, Schönerswalde, Winkelsdorf *) Hermann Trenkel *)
Über die vorgeschichtliche Vergangenheit dieses ehemalig pomesanischen Grenzgebietes zwischen Karraschsee und den weiten Wäldern im Osten ist weithin ein dunkler Schleier gebreitet. Immerhin gibt es Beweise, dass diese Gegend in vorgeschichtlichen Tagen von Menschen besiedelt war, was bei der Fülle der natürlichen Gegebenheit verständlich ist. Die dichten Wälder, der große See, die Weiden und gerodeten Felder boten mit ihrem Reichtum an Wild, Fischen, Honig, Beeren und Wildgemüse genügende Lebensmöglichkeiten.Mitten in der Gemeinde Klein Radem lag auf dem Eduard-Teschkeschen Grundstück auf der höchsten Erhebung des ganzen Gebietes ein trigonometrischer Punkt. Von hier aus konnte man rundherum die ganze Gegend überschauen. Von Westen her blinkte der weite Spiegel des Karraschsees herüber, im Osten verlor sich der Blick über den weiten Wogen der Raudnitzer und Schönberger Forsten. Auf diesem Berg muß sich in vorgeschichtlicher Zeit ein großer Friedhof befunden haben. Leider ist er nie untersucht bzw. ausgegraben worden. Der Pflug ging achtlos darüber hin. Die Urnenscherben aber fanden sich dort in einer Fülle, dass die Kinder Kartoffelkörbe voll aufsammelten und in die Schule mitbrachten.In dem Schönberger Forst, wenige hundert Meter vor dem Nordteil Klein Radems, lag der sogenannte „ Weiße-Bruch“ und standen die „ Hohen Tannen“. Hier war auch die Wegegabel, wo sich die Wege nach Dt.Eylau und der Försterei Karrasch teilten. Um diese etwas unheimliche Gegend rankten sich seit Menschengedenken allerlei Spukgeschichten, die auf irgendeine Kultstätte schließen ließen. Im Jahre 1930 wurden in diesem Waldstück Steine gegraben. Dabei stieß der Arbeiter Alfred Mroß aus Winkelsdorf auf Steinpackungen und Urnengräber. Auch ein Hockergrab wurde gefunden sowie Hauspfosten und Herdstellen. Auch ein Steg zu einer Wasserstelle am Abhang des Hügels konnte festgestellt werden. Professor Ehrlich aus Elbing nahm in sorgfältigster Weise Ausgrabungen vor und stellte fest, dass es sich um eine ostgermanische Siedlungsstätte handelte.Mit der Ankunft des Deutschen Ritterordens an der Weichsel um das Jahr 1230 und der Eroberung des prussischen Pomesaniens lichtet sich das Dunkel der geschichtlichen Vergangenheit für die Gegend am Karraschsee. Der äußerst tatkräftige Komtur Sieghard von Schwarzburg gründete 1305 die Stadt Dt.-Eylau und schuf damit einen Siedlungsschwerpunkt im südöstlichen Teil Pomesaniens. Durch Neugründung der Dörfer Krottoschin, Stradem, Radem (Radomno) und Schwarzenau wurde zuverlässige, dem Orden ergebene Bauern, deutsche Bauern, angesiedelt. Der nicht minder kolonisationsfreudige Komtur Luther von Braunschweig (17.7.1314 – 16. 2. 1331) gründete in Pomesanien und besonders um Dt.-Eylau herum eine Anzahl deutscher Dörfer. Im Jahre 1323 entstanden so Winkelsdorf (Hertzogswinkel), Schönforst, Frödenau und Tillwalde. Einen unschätzbaren Wert bedeutet die Erhaltung der Handfeste von Klein Radem aus dem Jahre 1324. Wie durch ein Wunder ist das Staatsarchiv aus Königsberg gerettet worden und befindet sich in Göttingen. In diesem Archiv (Ostpr.Fol.120 fol.2960) befindet sich nun die Gründungsurkunde Klein Radems: 1324. Ohne Tag und Ort. Der Komtur von Christburg, Luther von Braunschweig, verleiht Hans, dem alten Schulzen von Klein Radem, zu kulmischen Recht 14 Hufen zwischen Winkelsdorf, dem Scharschausee und Schöners-walde. Die Handfeste hat folgenden Wortlaut: ( siehe Kopie Text.)Nur mit Erschütterung vermag man dieses weit über 600 Jahre alte Dokument in Händen zu halten und ist anderseits entsetzt über die Lügengewalt der heutigen Zeit, die es fertig bekommt, dieses Land als urpolnische Erde zu bezeichnen. Auf Grund dieser Verleihungsurkunde feiert die Gemeinde Klein Radem im September 1924 im größten Rahmen und mit höchstem Aufwand sein sechhundertjähriges Bestehen. Ein auf dem Kneblerschen Grundstück entdeckter Findling wurde mit einiger Mühe ins Dorf transportiert und unter der Dorfeiche aufgestellt. Er trug die Inschrift: Culmisches Dorf Klein Radem 1324 – 1924. In einer kleinen Kammer des Sockels mauerten die Handwerker eine dickwandige Flasche mit Zeitungen, Geld und einer Urkunde ein. Der Umzug, der anlässlich der Einweihungsfeier durch das geschmückte Dorf stattfand, wurde von einer Schar berittener Ordensritter angeführt, an der Spitze des Komtur, ein großes goldnes Kreuz auf der Brust. Die Marienburger Kostümverleihfirma Krickhahn hatte die Ordensmäntel,Helme und sonstige Ausrüstungen geliefert. In dem langen Zuge marschierten Musikkapellen, Vereine, Schulen und eine Abteilung des „Jungdeutschen Ordens“ mit. Das Fest dauerte mehrere Tage und wurde  auf der Wiese des Bürgermeisters August Mroß gefeiert. Als Gast nahm auch der damalige Landrat des Kreises Rosenberg, Dr. Ferdinand Friedensburg, der jetzige bekannte Berliner Politiker, der von Dezember 1946 bis 1951 Bürgermeister von Berlin war, an der Feier teil. Am 1. September 1921 wurde ich durch Vermittlung des damaligen Schulrats Gerber in Dt.-Eylau von Groß Babenz auf die zweite Lehrerstelle in Karrasch versetzt. An einem sonnigen Augusttag trat ich die Besichtigungsfahrt nach dem neuen Dienstort an, stieg auf dem Stadtbahnhof Dt.-Eylau aus, überquerte die Eisenbahnüberführung und marschierte die 1903 erbaute sogenannte Winkelsdorfer Chaussee entlang. Beim Austritt aus Winkelsdorf blinkte in südwestlicher Richtung der weite Spiegel des Karraschsees auf. Zum erstenmal betrat ich Karrasch, dieses einmalig schöne Naturschutzgebiet, das mir zur zweiten Heimat werden sollte. Das Dorf Karrasch lag auf einer leichten Erhebung und zog sich parallel zum Ostufer des Sees entlang. Von jedem Haus, besonders aber auch aus den Schulfenstern, hatte man einen weiten Blick auf den See mit seinen Wasserflächen, Schilfwildnissen bis hinüber auf die im Westen liegenden Ortschaften Scharschau und Wonno. Die zweite Lehrerwohnung unter dem gewaltigen Rohrdach des alten Schulgebäudes mutete zwar nicht komfortabel an, entschädigt aber andererseits mit dem Ausblick auf den See mit seiner vielfältigen Vogelwelt und dem grünen Rohrgürtel und auf das Storchennest, das sich ein Storchenpaar auf dem Raddatzschen Stall gebaut hatte.

  10  Marion Burke 2004 - 2017

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